Tag 6: Auf geht’s, eine neue Runde!

“Wer hat noch nicht, wer will noch mal?” Runde zwei in Sachen Termine bei Rohren 24 – und damit Runde eins im “Octopussy” für Leona und Hagen:

Was die anderen Teilnehmer so erlebt haben? Rohri war dabei!

Früh am Morgen, nein eigentlich mitten in der Nacht, torkelte Rohri nach einer durchgemachten Nacht, trunken vor Müdigkeit los zum Dorfbäcker. Wieder einigermaßen wach von dem Frischluftspaziergang zur kleinen Backstube, freute sich unser Journalistenbär über die theoretischen Einführungen in das Bäckerhandwerk. Leider durfte er keine eigenen Brötchen backen, brachte aber welche für das Frühstück in die Alpenvereinshütte mit. Kuscheln im Bett konnte der Teddy um halb sieben in der Früh trotzdem nicht. Die Jungs von der Müllabfuhr warteten auf ihn, um ihn durch die Müllberge Rohrens zu führen. Der 54-jährige Rolf erklärte ihm, er habe unglaublichen Spaß an diesem verantwortungsvollen Beruf. Nach der Tour als Trittbrettfahrer auf der sogenannten Schüttung war Rohri dann wieder topfit. Er wünschte sich bloß eine Erfrischung und dachte an die berühmte Schwammenaueler Urfttalsperre. Tatsächlich wurde der Besuch der Talsperre ziemlich feucht. Ein 22 jähriger Wärter, dessen Leben an einen Einsiedler erinnert, führte den beeindruckten Rohri durch eine acht Grad kalte Tropfsteinhöhle und erklärte ihm seine täglichen Aufgaben.

Das Maskottchen holt sich für jeden Eindruck gerne aber eine Art Gegenpol. Darum schlug er den Weg nach Monschau ein, um sich der physischen, keineswegs aber geistigen Trockenheit des Sandes zu widmen. Das Sandmuseum zeigt Skulpturen zum Thema „Monschau mitten in Europa“ und stellt dazu Städte wie Brügge, Prag, Paris und Berlin in einzelnen Räumen dar. Genug der Kultur – irgendwann raucht auch einem informationshungrigen Geist der Kopf. Daher zack zack ab zum Kinderzirkus Zapp-Zarapp. Das kleine Rohrener Kuscheltier stand ehrfürchtig vor dem überproportional großen Zirkuszelt. 130 Kinder zwischen sieben und vierzehn Jahren stürmten an ihm vorbei und freuten sich darauf, von professionellen Zirkusleuten Akrobatik, Zaubern, Seiltanz und vieles mehr zu lernen. Rohri war hellauf begeistert von dem nur vierzig Euro teuren Ferienspaß, musste aber leider noch vor der Aufführung weiter zu seinem nächsten Termin.

Mittlerweile war es 15 Uhr am Nachmittag. Gleich würde der Journalist in spe einen wirklich faszinierenden Mann kennen lernen. Die Rohrener nannten ihn nur den „Schamanen“. Aber dieser musste den unwissenden Rohri eines Besseren belehren: Ein Schamane sei man nicht automatisch, nur weil man Rituale praktiziere, sondern erst dann, wenn man auch von einem Dorf zu einem solchen gewählt wurde. Wolfgang Plum, dessen rituelle Spezialität sogenannte Schwitzhütten sind, bezeichnet sich selbst eher als Heilpraktiker, Coach und Psychotherapeut. Das passte Rohri hervorragend! Er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein tierischer Angsthase und konnte mit Wolfangs Hilfe seine Panik vor schnellen Kirmesfahrgeschäften in den Griff bekommen. Den nächsten Ausflug nach Düren zur Anna-Kirmes konnte er so also relativ sorglos antreten. Nach zwei wilden Fahrten auf dem „Octopussy“ freute er sich dennoch darauf, den Schausteller Marcel Wackermann auf sicherem Terrain zu interviewen. Marcel erzählte zwischen seinen „Fahrtanmods“, dass er schon mit zwölf anfing, in dem „Familienbetrieb“ zu arbeiten, einen Realschulabschluss machte und dann doch den Weg zurück in die geliebte Kirmeswelt fand.

Auf der Kirmes immer besonders beliebt: Zuckerwatte und andere klebrige Süßigkeiten, die letztlich auch dazu führten, dass es in Rohris Bärenbauch rumorte. Um den langen Tag weiter zu überstehen, würde er ein Heilmittelchen brauchen. Deswegen führte ihn seine Nase direkt zu “Kräuterhexe” Astrid Gerkowski, die für ihren besonderen Umgang mit Kräutern bekannt ist. Zwar konnte sie ihm keine Medizin in dem Sinne herstellen – aber sie zeigte ihm, wie man aus Wald- und Wiesenwuchs kulinarische Köstlichkeiten zaubern kann. Bei Freunden ist die ehemalige Designerin für ihre tollen Salate und ihr Blumengelee bekannt. Rohri durfte eine Blume exklusiv aus ihrem Garten kosten, wodurch alle Bauchschmerzen wie weggeblasen waren. Um nun den aufregenden, vielseitigen und erlebnisreichen Tag angemessen zu beenden, musste er sich unbedingt ein Bier gönnen! Im Brauerei-Museum Monschau durfte er sich zuerst einen Raum voller Regale mit circa tausend verschiedenen Bieren anschauen und dann endlich konnte er auch das heimische Zwickelbier probieren.

Das wohl begabteste Journalistenmaskottchen überhaupt konnte in allen Belangen gestärkt zur Alpenvereinshütte zurück kehren, um dort interessanten Vorträgen zu lauschen und den vergangen Tag Revue passieren zu lassen. 24 bärenstarke Hours mit Rohri – jetzt aber…

Rohri

One thought on “Tag 6: Auf geht’s, eine neue Runde!

  1. Claus

    Liebe Rohren-24-Crew,

    vielen Dank für Eure schönen Blog-Einträge.

    Ich war im März mal selber in einer Schwitzhütte in der Eifel bei einem peruanischen Schamanen und denke gerne an das leckere Monschauer Bier und den Senf zurück! Jam Jam!

    Ich möchte noch eine kleine Anekdote mit Euch teilen. Mein 4-Jähriger Neffe Moritz besuchte mich am Wochenende in Köln. Nachdem wir Sonntag nachmittag Tretboot fahren waren fragte ich ihn, was für ihn Kunst sei. Er überlegte kurz und sagte: “… wenn man selber Gold machen kann.”

    Wow. Lasst uns Gold machen!
    Die Welt braucht gute und leidenschaftliche Chronisten ihrer Zeit. Wie schön, dass Ihr den Mut habt den Journalismus auszupobieren!

    Herzlichst

    Euer Claus, Rohren 23

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